Was bleibt

 
von Evangelischer Pressedienst

Michael Chalupka über Lücken, die das Leben hinterlässt

Was zählt im Leben? Was bleibt, wenn es zu Ende geht? Es sind die Momente, in denen man sich von jemandem ganz verstanden fühlte, auch dann, wenn man mit sich selber gerade nicht im Reinen war. Es sind das gemeinsame Lachen und die Tränen, die geflossen sind, weil sie nicht mehr zu halten waren. Es sind die Kinder, die um ihn weinen. Es ist die Erinnerung an unbeschwerte Abende bei Pizza und Wein und die Erinnerung an durchwachte Nächte in Sorge und Angst.

Und natürlich bleibt auch alles das, was ein Mensch im Leben getan und geleistet hat, was er aufgeschrieben und hinterlassen hat. Die Bilder aus dem Leben, die man immer wieder anschauen kann. Die Geschichten, die über ihn erzählt werden. Aber all das tritt zurück gegenüber den Augenblicken, in denen man sich nahe war und das Leben geteilt hat.

Zuerst aber bleibt eine große Leere, eine Lücke, die das Leben hinterlässt, wenn es zu Ende geht. Der Trost kommt nicht in eiligen Schritten. Ich habe eine gute Freundin verloren, die mir wichtig war. Sie wird in meinem Leben fehlen. Und ich weiß, es geht nicht nur mir so. Der Tod gehört zum Leben, an vielen Orten wird geweint. Und ich schlage meine Bibel auf und lese: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ Und ich klappe die Bibel zu, und die Leere ist wieder da, der Trost noch ferne auf dem Weg.

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