Umweltbeauftragte mahnen mehr Klimaschutz ein

Schöpfungszeit vom 1. September bis 4. Oktober will Bewusstsein fördern

Wien (epdÖ) – Im Vorfeld der ökumenischen Schöpfungszeit vom 1. September bis 4. Oktober blicken die evangelischen und katholischen Umweltbeauftragten kritisch auf die Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung im Bereich des Klimaschutzes. Mit der Begründung des Spardrucks seien hier einige klimaförderliche Maßnahmen gestrichen oder gekürzt worden. „Jetzt bei den Klimaschutzausgaben einzusparen ist kurzsichtig und wird uns langfristig viel teurer kommen“, ist Markus Gerhartinger, Sprecher der evangelischen und katholischen Umweltbeauftragten, überzeugt.

Richter: „Auftrag zur Schöpfungsbewahrung gerecht werden“

Bischöfin Cornelia Richter erklärt in ihrer Stellungnahme zur Schöpfungszeit: „Mitten in den Sommerferien erreichen uns die Bilder der verheerenden Waldbrände in Frankreich und Spanien. Große Teile Europas stehen in Flammen.“ Mit den ersten Seiten der Bibel sei den Menschen die Bewahrung der Schöpfung aufgetragen. „Um unserer Kinder willen sollten wir alles tun, um diesem Auftrag gerecht zu werden“, betont Richter. „Es liegt an uns, ob wir weiterhin zuschauen wollen, wie Gottes Schöpfung verbrennt – Tiere, Pflanzen, Menschen“, so die Bischöfin.

Der katholische Innsbrucker Bischof Hermann Glettler, in der Bischofskonferenz für Themen der Nachhaltigkeit zuständig, sieht im Sterben der heimischen Gletscher, bei den anhaltenden Dürreperioden und im zunehmenden Wassermangel deutliche Signale, dass „unser ureigenster Lebensraums unter Druck steht“. Glettler bekräftigt, dass „die Natur ein kostbares, verletzliches Lebensgut ist, das uns von Gott zu treuen Händen anvertraut wurde“. Für ihn ist „Klimaschutz kein reines Verzichtsthema, sondern eine Frage von mehr Lebensqualität – ein menschliches und geistvoll inspiriertes Engagement für ein größeres Wir, das unsere Mitwelt miteinschließt“.

Klimaneutralität als Ziel

„Die Kirchen nehmen ihre Klimaschutzambitionen nicht zurück und arbeiten weiter an einer drastischen Reduktion des CO2-Abdruckes bis hin zur Klimaneutralität“, hebt Gerhartinger hervor und verweist auf „unzählige haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in vielen Pfarren, Orden und kirchliche Einrichtungen“, die in ganz Österreich an diesem Ziel mitarbeiten.

Die ökumenische Schöpfungszeit vom 1. September bis 4. Oktober, dem Gedenktag Franz‘ von Assisi, soll anregen, die Schöpfung verstärkt in den Blick zu nehmen. Veranstaltungen in der Schöpfungszeit und Termine rund um den 800. Todestag von Franz von Assisi sowie weitere Informationen rund um die kirchliche Umweltarbeit finden Sie auf www.schoepfung.at.