Michael Chalupka über die Aktion „Be Blessed!“ am Schulende
Der liebe Gott ist zwar ein lieber, wie wir Christen und Christinnen glauben, aber er schreibt keine Maturaarbeiten. Schon gar nicht in Mathematik. Denn das wäre ja dann eine höhere Mathematik, die jeden Maturastoff übersteigen würde.
Das wissen auch alle Maturantinnen und Maturanten an den österreichischen Schulen, die sich für die Aktion „Be blessed!“ – sei gesegnet – angemeldet haben. Denn der Segen ist keine Zauberei. „Be Blessed!“ ist eine Aktion der Katholischen und der Evangelischen Kirchen in Österreich, bei der um Ermutigung, Selbstvertrauen und Segen gebetet wird. Neben den Maturant:innen können auch Lehrlinge eine Kerze in einer Kirche für ihre bevorstehende Lehrabschlussprüfung anzünden lassen. Die Kerzen brennen für die Schüler und Schülerinnen, während sie ihre Prüfung schreiben. Per WhatsApp kommt ein Segensvideo aus der Kirche.
Geschrieben werden die Abschlussarbeiten dann selbstständig ohne fremde Hilfe, aber im Vertrauen, dass man das nicht alleine zu bewältigen hat, sondern in eine Gemeinschaft gestellt ist – und dass es schlussendlich Wichtigeres gibt als die Note, die dabei am Ende herauskommen wird. In dieser Gemeinschaft übernehmen die jungen Erwachsenen dann auch Verantwortung und können selbst anderen zum Segen werden. Vor allem denen, die Trost brauchen nach der Prüfung, weil sie mit ihrer Note unglücklich sind oder noch einmal antreten müssen.