Ab 1969 als Gefängnisseelsorger tätig
Wien (epdÖ) – Richard Wasicky, Pfarrer i.R. und langjähriger Gefängnisseelsorger in Wien und Niederösterreich, ist am 7. Mai kurz vor seinem 90. Geburtstag verstorben. Er war Förderer und Begleiter zahlloser menschlicher Schicksale in den Gefängnissen Wiens und Niederösterreichs, wie die Superintendentur Wien mitteilt.
„Seine tiefgehende Seelsorge war geprägt von einer besonderen Ernsthaftigkeit, Menschenfreundlichkeit und vor allem von wachem Hören und achtsamem Zugehen auf die Schwächsten der Gesellschaft“, würdigen der Wiener Superintendent Matthias Geist und Superintendentialkuratorin Petra Mandl den Verstorbenen. Und weiter: „Wer ihm begegnete, spürte rasch, dass ihm die Nähe zu Menschen niemals Pflicht, sondern Gabe war – getragen von Gottes Zugewandtheit. Das feurige Wesen seiner Verkündigung erreichte tausende Menschen in Freiheit und Gefangenschaft, wenn auch seine – zum Teil religions- und kirchenkritische – Haltung nicht jeder und jedem so zugänglich war.“
Biografisches
Richard Günther Wasicky wurde am 8. Mai 1936 in Wien geboren. Nach seinem Theologiestudium in Wien und Basel führte ihn sein Weg früh in den Dienst der Evangelischen Kirche A.B.. Nach Vikariaten in Linz, Wien-Tabor und Purkersdorf wurde er 1964 ordiniert und wirkte zunächst als Pfarrer in Feldbach. Im Jahr 1969 begann jener Dienst, mit dem sein Name für Generationen verbunden blieb: die Gefängnisseelsorge in Wien. Damals war er einziger hauptamtlicher Seelsorger in den Gefangenenhäusern Österreichs. „Mehr als 32 Jahre gab er dieser Stelle Stabilität und weit mehr noch: ein bekanntes und freundliches Gesicht“, so Geist und Mandl.
Die Verabschiedung findet am Montag, 8. Juni, um 15 Uhr im Klosterwald am Kahlenberg statt.