Unersetzlich

Michael Chalupka über den hohen Wert von Müttern

Der Geburtshelfer meinte, sie erinnere ihn an Mickey Mouse. Ihr dichter schwarzer Haarschopf schien ihn dazu zu inspirieren. Für mich war sie einfach das schönste Kind auf Erden. Ich durfte sie waschen und erklärte ihr dabei die Welt. Väter haben es gut bei der Geburt. Die Mütter gebären unter Schmerzen. Das und vieles andere kann ihnen niemand abnehmen.

Morgen ist Muttertag. Der Muttertag hat seinen Wert nicht in den Blumen und schon gar nicht im Sonntagsausflug in meist überfüllten Gaststätten. Sondern er erinnert uns daran, dass niemand sich selbst geschaffen und zur Welt gebracht hat. „Wir Neugeborenen weinen, zu betreten die große Narrenbühne“, hat William Shakespeare einst geschrieben. Wir weinen, weil wir den schützenden Mutterleib verlassen müssen. Die Mutter hat uns geboren, zur Brust und in den Arm genommen, getröstet, gestärkt, gewaschen und zu Bett gebracht. Die Väter helfen mit.

Das Leben beginnt umsorgt in hilfloser Abhängigkeit. Der Psalmist lobt dafür den Schöpfer, vergisst aber die Mütter nicht. Er singt: „Du hast mich mit meinem Innersten geschaffen, im Leib meiner Mutter hast du mich gebildet. Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast.“

Es braucht viele Monate, bis der kleine Mann oder die kleine Frau selbst sitzen kann, und viele, viele Jahre, bis sie den Kinderschuhen entwachsen sind. Daran erinnert der Muttertag. Danke.