Michael Chalupka über den Umgang mit an Ebola infizierten Menschen
Jeder wird gerettet. Das gehört zum amerikanischen Mythos. Das kennen wir aus Hollywood. US-Amerikaner werden unter schwierigsten Bedingungen nach Hause geholt, wo auch immer sie sind. Zuletzt gab es eine spektakuläre Rettungsaktion eines US-Piloten aus dem Iran. Der Offizier ist gerettet, teilte US-Präsident Trump „voller Freude“ mit.
Für US-Amerikaner, die derzeit im Kongo gegen Ebola kämpfen, scheint das nicht zu gelten. Entgegen der bisherigen Praxis werden sie nicht in die 13 hochspezialisierten Zentren der USA ausgeflogen, in denen die Überlebensraten der Infizierten hoch waren, sondern sollen in provisorischen, noch nicht genehmigten Behandlungszentren in Kenia versorgt werden.
Das entspricht ganz der Linie, die Donald Trump schon 2014, noch auf Twitter, vorgegeben hat: „Die USA dürfen Ebola infizierte Personen nicht zurückkommen lassen. Leute, die an weit entfernte Orte gehen, um zu helfen, sind großartig, müssen aber die Konsequenzen tragen.“
Das zeigt: Das Aufkündigen der Mitmenschlichkeit und der Nächstenliebe wendet sich letztlich nicht nur gegen Fremde, gegen Menschen, die scheinbar weit weg sind, sondern auch gegen eigene Staatsangehörige, gegen alle, die es wagen, auch nur einen Funken Mitgefühl für andere zu haben.
Eine Welt ohne Mitgefühl will ich mir nicht vorstellen. Heute habe ich für den Kampf gegen Ebola gespendet. Eine hilflose Geste, die doch hilft.