Richter: „Dem Trost, der Liebe und der Hoffnung Raum geben“

<h3>Bischöfin predigte bei Neujahrsgottesdienst in der Lutherischen Stadtkirche</h3>
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<p>Wien (epdÖ) – Mit dem Neujahrsgottesdienst in der Lutherischen Stadtkirche feierte Bischöfin Cornelia Richter am Abend des 1. Jänner ihren ersten Gottesdienst in Wien. Als Predigttext hatte die Bischöfin die Jahreslosung 2026 gewählt, die aus dem biblischen Buch der Offenbarung kommt: „Gott spricht, siehe, ich mache alles neu!“</p>
<p>Richter erinnerte daran, dass diese Worte der Offenbarung, die auch als „Apokalypse“ bezeichnet wird, in der „formativen“ Zeit der frühen christlichen Gemeinden entstanden sind. „Auch wir stehen in einer formativen Zeit, in der sich für so viele Menschen Fragen von Religion und Spiritualität, Glaubensüberzeugungen und Gottvertrauen neu stellen“, erklärte die Bischöfin, „und das in einer Zeit, die von vielen Menschen, vor allem von den jüngeren Generationen, als eine wahrhaft apokalyptische Zeit empfunden wird“. Die politische Aggression gehe „eine unheilvolle Melange mit der Klimakrise ein, mit Fragen weltweiter Ernährung, mit dem Krieg um sauberes Wasser und allen Migrationsbewegungen, die das erst noch mit sich bringen wird“. Am Jahresbeginn stehe daher auch die Frage, „wie sich in dieser apokalyptischen Gestimmtheit Trost so vermitteln lässt, dass er besonnenes und neues Handeln freizusetzen vermag“.</p>
<p>Das Alte und das Neue Testament gebe auf die Fragen des Zusammenlebens „klare Antworten“, meinte Richter, denn immer gehe darum, jeden Menschen in seiner von Gott gegebenen Würde anzuerkennen, in gegenseitigem Respekt und friedlichem Umgang miteinander.</p>
<p>Im Satz der Jahreslosung „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ werde der „elementarste Grund allen Lebens“ ausgesprochen, sagte die Bischöfin, „von der Schöpfung am Anfang bis zur Neuschöpfung am jüngsten Tag: Weil in Jesus Christus ein für allemal geschehen ist, was niemand erwartet: Dass es durch das Chaos, durch das Leid, durch die Ohnmacht des Todes und die Tränen der Trauer hindurch neues Leben geben kann“.</p>
<p>Aus diesen Sätzen des Trostes speise sich die Haltung, aus der Christinnen und Christen „fühlen, denken und handeln – die Haltung, mit der wir auf die Welt schauen und aus der wir uns selbst und anderen begegnen. Weil wir als Menschen die Freiheit haben, immer wieder neu anzufangen. Weil wir einander tatsächlich freundlich, sanftmütig und friedlich begegnen können. Weil wir dem Trost, der Liebe und der Hoffnung Raum geben können“, bekräftigte die Bischöfin im Neujahrsgottesdienst, den Pfarrerin Julia Schnizlein und der Theologe und Referent im Kultusamt, Martin Fischer, liturgisch gestalteten.</p>