Mobilität und Biodiversität: Kirchlicher Umweltpreis vergeben

<h3>Preisverleihung mit Bischof Schwarz und Bischöfin Richter in St. Pölten &#8211; Projekte aus katholischen und evangelischen</h3>
<h3>Pfarrgemeinden aus ganz Österreich ausgezeichnet</h3>
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<p>St. Pölten (epdÖ) Der österreichweite kirchliche Umweltpreis 2025 ist am Freitagnachmittag, 16. Jänner, in St. Pölten vergeben worden. Insgesamt wurden zwölf Hauptpreise an evangelische und katholische Pfarren sowie an Ordenseinrichtungen verliehen. Darüber hinaus gab es 25 Anerkennungspreise. Als erste Gratulanten stellten sich die evangelisch-lutherische Bischöfin Cornelia Richter und der römisch-katholische Bischof Alois Schwarz ein.</p>
<p>Mit 37 Einreichungen verzeichnete der Preis nahezu eine Verdreifachung gegenüber der letzten Ausschreibung 2023, wie Markus Gerhartinger, Sprecher der kirchlichen Umweltbeauftragten Österreichs, sagte. Vergeben wurde er diesmal in den beiden Kategorien Mobilität und Biodiversität.</p>
<h3>Hoffnung, Tatkraft und Kreativität</h3>
<p>Die ausgezeichneten Projekte setzten ein “Zeichen der Hoffnung”, betonte der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz, der in der Bischofskonferenz für die Bereiche Umwelt und Nachhaltigkeit verantwortlich ist. &#8222;In der Mobilität können wir Wege finden, CO2 zu sparen und kirchliches Leben klimafreundlich zu gestalten. In der Biodiversität schützen wir Lebensräume, damit die Vielfalt der Schöpfung erhalten bleibt.&#8220; Die Preise seien eine “Anerkennung für bereits Geleistetes” und zugleich der “Auftrag an uns alle”, das Leben “im Kleinen wie im Großen neu auszurichten”.</p>
<p>&#8222;Was immer wir regional tun, strahlt aus in globale Verantwortung, Generationengerechtigkeit, Fairness&#8220;, sagte Bischöfin Cornelia Richter bei der Preisverleihung. Umweltfragen seien &#8222;immer Zukunftsfragen, denn die Zukunft unserer Kinder liegt in unserer Verantwortung&#8220;. Ausdrücklich dankte Richter für das breite Engagement, das hinter den vielfältigen Projekte des ökumenischen Umweltpreises stehe. Während früher der Schöpfungsauftrag durch eine Fehlinterpretationen eines biblischen Textes mit Herrschaft verbunden worden sei, gehe es heute um ein &#8222;ganzheitliches Schöpfungsbild”, in dem Tiere und Pflanzen ebenbürtig seien, “vielleicht auch eine der größten Veränderungen im theologischen Denken selbst”, meinte die Bischöfin und erinnerte in ihrem Grußwort auch an das &#8222;beeindruckende Klimaschutzkonzept&#8220; der Evangelischen Kirchen, das unter ihrem Vorgänger Michael Chalupka entwickelt wurde.</p>
<h3>&#8222;Schöpfungsfreundlichkeit&#8220;</h3>
<p>Die Bedeutung der Orden für den Umweltschutz hob Sr. Anneliese Herzig von der Österreichischen Ordenskonferenz hervor. Etwa durch Projekte zur Erhaltung der Artenvielfalt oder nachhaltige Land- und Forstwirtschaft oder auch Schonung der natürlichen Güter würden Orden seit jeher und bis heute einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten. &#8222;Schöpfungsfreundlich mobil&#8220; und nachhaltig zu leben seien &#8222;Werte, die im Kern des Ordenslebens verankert sind und die auch in den eingereichten Initiativen sichtbar werden&#8220;, so Herzig.</p>
<p>Ein weiteres Grußwort kam in Vertretung von Infrastrukturminister Peter Hanke von Wiebke Unbehaun von der Ministeriums-Abteilung für Aktive Mobilität und Mobilitätsmanagement. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig würdigte in einer Video-Botschaft die kirchliche Initiative und alle, die sich daran beteiligen.</p>
<h3>Sanfte Mobilität, Blühwiesen und wilde Gärten</h3>
<p>In der Kategorie Mobilität ging ein Hauptpreis an die evangelische Pfarrgemeinde Mödling, die “E-Mobilität zum Leben erweckt hat”, wie Dietmar Kanatschnig, Beauftragter für Klimavorsorge und nachhaltige Entwicklung der Evangelischen Kirchen und Mitglied der Jury, bei der Preisverleihung betonte. Eine PV-Anlage mit intelligenter Ladesäule für ein elektrisches Dienstfahrzeug und ein E-Bike für regionale Wege helfen, “von fossilen Ressourcen unabhängig zu werden”.</p>
<p>Weitere Hauptpreise erhielten das Elisabethinen-Krankenhaus in Klagenfurt für die Ökologisierung des eigenen Fuhrparks, die römisch-katholische Pfarre Gratkorn in Graz für die Förderung sanfter Mobilität und die Grazer katholische Stadtkirche für u.a. ein Fastenkabarett und einen spirituellen Fastenpfad sowie das Ordensklinikum Linz für betriebliches Mobilitätsmanagement.</p>
<p>Mit einem Anerkennungspreis wurde in der Kategorie Mobilität u.a. die Aktion Stempelpass “Mit Gottes Segen klimafreundlich zur Kirche” der evangelischen Pfarrgemeinde Bruck/Leitha &#8211; Hainburg/Donau ausgezeichnet, die in regionalen Gruppen nachhaltiges Verhalten fördert.</p>
<p>In der Kategorie Biodiversität gingen die Hauptpreise an die Gemeinschaft Ancillae Domini für ihre Blühwiesen rund um ihren Kloster-Vierkanthof, das Katholische Bildungswerk Tirol und das Freiwilligenzentrum Innsbruck-Land für die Einrichtung von Saatgutbibliotheken, sowie an die römisch-katholische Pfarre Dechantskirchen dafür, dass sie seit 25 Jahren den pastoralen Schwerpunkt &#8222;Ökologie und Nachhaltigkeit&#8220; umsetzt. Weitere Hauptpreisträger waren das Stiftsgymnasium Stams mit dem Projekt &#8222;Schulgarten&#8220;, das Zisterzienserstift Rein mit seinem &#8222;Wilden Barockgarten&#8220;, die Benediktinerabtei Seckau mit der naturnahen Waldwirtschaft im Klosterwald und der St. Barbara Friedhof in Linz.</p>
<p>Unter den Anerkennungspreisen der Kategorie Biodiversität finden sich auch drei evangelische Projekte: Die Renaturierung einer konventionellen Parkfläche sorgt nun beim Martin-Luther-Park im Gemeindeverband Leibnitz-Radkersburg für mehr Artenvielfalt und schafft zugleich einen Ort der Begegnung für Menschen aller Generationen.</p>
<p>Eine Bienenwiese wurde direkt vor dem Pfarrhaus der Gemeinde Salzburg-Christuskirche geschaffen und bietet an der Salzach nicht nur einen “schönen Anblick” sondern sorgt auch für Biodiversität.</p>
<p>In Wien hat die Pfarrgemeinde Leopoldstadt und Brigittenau entlang der Straße Am Tabor eine Biodiversitäts-Hecke entstehen lassen. Eine Website und Infotafeln informieren über “Natur und Kirche”, eine Sitzbank lädt im Schatten eines großen Maulbeerbaumes ein, Platz zu nehmen. Heimische Sträucher, Wildstauden und eine Wiese, die der Natur überlassen wird, fördern auch hier die Biodiversität.</p>
<p>Die ausgezeichneten Projekte sind in einer begleitenden Broschüre dokumentiert, in der u.a. auch die Politik die Bedeutung des Umweltpreises bzw. der damit einhergehenden Initiativen würdigt.</p>
<p>Der Preis wird von den katholischen und evangelischen Umweltbeauftragten gemeinsam mit den Ordensgemeinschaften und der Fachstelle &#8222;Überdiözesane Umweltarbeit der katholischen Kirche in Österreich&#8220; vergeben. Das Preisgeld beträgt insgesamt 13.000 Euro. Musikalisch umrahmt wurde die Preisverleihung von Jesús Carbo-Fuster am Violoncello und Martina Bender am Klavier.</p>
<div class="infobox"><p>Infos: <a href="https://www.schoepfung.at/&quot; target="_blank" rel="noopener">www.schoepfung.at</a></p></div&gt;