Graz: Schlagergottesdienst sorgt für äußerst positive Resonanz

Eckhardt: „Kirche darf überraschen, sie darf ungewohnte Wege gehen“

Graz (epdÖ) – Eine äußerst positive Bilanz ziehen die Verantwortlichen des Schlagergottesdienstes vom Sonntag, 23. August, in der Grazer Christuskirche. Er stand unter dem Titel „Hier ist ein Mensch“, wurde live im Fernsehen und Radio übertragen und sorgte für überdurchschnittlich hohe Einschaltquoten. Die ungewöhnlich vielen positiven Rückmeldungen hätten ihn selbst überrascht, berichtet Ortspfarrer Friedrich Eckhardt: „Bereits kurz nach Übertragung und in den Stunden und Tagen danach meldeten sich zahlreiche Zuhörerinnen und Zuschauer telefonisch und per Mail in der Gemeinde. Der Tenor der Nachrichten war eindeutig: Dank, Berührung und die Frage nach weiteren Terminen von Schlagergottesdiensten“, freut sich Eckhardt. „Kirche darf überraschen, sie darf ungewohnte Wege gehen“, zeigt sich Eckhardt überzeugt.

Im Mittelpunkt des bereits dritten (aber erstmals live im Radio und Fernsehen übertragenen) Schlagergottesdienstes in der Christuskirche stand die biblische Geschichte der Ehebrecherin aus dem Johannesevangelium, „eine der menschlichsten und anstößigsten Szenen der Bibel“, wie Eckhardt betont. Dabei dienten beliebte Klassiker von Udo Jürgens, Rex Gildo, Marianne Rosenberg, Howard Carpendale und anderen der Verkündigung des Evangeliums. Die Verbindung Schlager und Gottesdienst sei für manche gewöhnungsbedürftig, ist sich Eckhardt bewusst, „aber sie funktioniert. Weil Schlager von denselben Dingen handelt wie das Evangelium: von Sehnsucht und Scheitern, von Liebe und Hoffnung.“

Feier über konfessionelle Grenzen hinweg

Auf die Frage, woher der außergewöhnliche Zuspruch zu den Schlagergottesdiensten komme, antwortet Eckhardt mit entwaffnender Offenheit: „Ich weiß es ehrlich gesagt auch nicht genau.“ Er sehe es lediglich als seinen Auftrag, Menschen dort abzuholen, wo sie sind. „Ich beobachte, dass viele Menschen eine Vorliebe zur Schlagermusik haben und meine persönliche Liebe dazu, verbunden mit der Liebe zu meinem Beruf, hat beides kombiniert“, so der Schlagerfan.

Im Rückblick bedankt sich Pfarrer Eckhardt ausdrücklich bei allen Mitwirkenden und Unterstützenden, besonders bei Sänger Helmut Hussler: „Hussler steckt unzählige Stunden in die Vorbereitung“, weiß Eckhardt. „Er sucht in Absprache mit mir die Lieder, kürzt sie ein, studiert sie ein, gestaltet jeden Gottesdienst mit einer Hingabe, die alles andere als selbstverständlich ist. Und das alles ehrenamtlich, aus echter Überzeugung.“

Es sei ein Gottesdienst gewesen, „der die konfessionellen Grenzen überschreitet“, ergänzt Marco Uschmann, Leiter des Amtes für Hörfunk und Fernsehen und zuständig für die Radio- und Fernsehgottesdienste der Evangelischen Kirche in Österreich. „Wenn man auf die Einschaltquoten schaut, war der Schlagergottesdienst in den letzten 15 Jahren sicher einer der erfolgreicheren“, weiß Uschmann und weist darauf hin, dass viele dankbare und positive Rückmeldungen zum Gottesdienst auch bei der Römisch-katholischen Kirche eingingen.

Vom Schlager zum Blues

Aufgrund des großen Anklanges wird die Christuskirche Graz-Eggenberg die Nachfrage nach neuen Gottesdienst-Formaten weiterführen. Bereits am 11. Oktober lädt die Gemeinde zu einem Blues-Gottesdienst ein, und wer den Advent mit Schlagern begehen möchte: Am Samstag, 19. Dezember, um 19 Uhr findet in der Christuskirche der Schlager-Advent statt. Pfarrer Eckhardt: „Helmut Hussler und ich werden gemeinsam versuchen, die Weihnachtsgeschichte in Schlagern zu erzählen.

Der Schlagergottesdienst „Hier ist ein Mensch“ vom 23. August kann hier nachgeschaut werden