<h3>Michael Chalupka über das Autofasten der Kirchen</h3>
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<p>Mit dem Fasten ist das so eine Sache. Das Fasten hat ein Ende. Auf den Verzicht folgt die Schlemmerei. Auch auf den, der 40 Tage keine Wurst gegessen hat, wartet der Osterschinken. Und auch der, der ohne religiöse Motivation, den Dry-January, den Start ins Jahr, ohne Alkohol für eine gesunde Leber durchgestanden hat, freut sich auf sein erstes Bier.</p>
<p>Nun haben die Kirchen zum Autofasten aufgerufen. Unter dem Motto „Fair zu Fuß unterwegs“ soll während der Fastenzeit vom 18. Februar bis 4. April auf nachhaltige Fortbewegungsmittel wie Gehen, Radfahren und öffentliche Verkehrsmittel gesetzt werden. Am 15. März wird erstmals der „Zu-Fuß-Geh-Sonntag“ ausgerufen, bei dem der Kirchgang in Gemeinschaft zurückgelegt wird. Die Kernbotschaft ist: „Das Auto wann immer möglich stehen lassen – zum Schutz der Schöpfung, für mehr Lebensqualität und für eine nachhaltige Mobilität, die allen guttut.“</p>
<p>Das „Autofasten“ der Kirchen ist ambivalent. Es könnte ja sein, dass durch den bewussten Verzicht und Entzug die Sehnsucht nach dem Auto wieder steigt und nach dem Fasten eine Ausfahrt in den Frühling angesagt wäre, gleich wie der Osterschinken nach dem Fastenbrechen, dann hätten die Kirchen ihr Ziel nicht ganz erreicht. Außer der eine oder die andere dächte daran, auch in Zukunft öfter mal zu Fuß zu gehen, das Rad zu benutzen, den Bus zu nehmen, oder beim nächsten Autokauf aufs E-Auto umzusteigen.</p>