Michael Chalupka über den Umgang mit der Klimakatastrophe
Endlich wieder schlafen können, nach der Hitze der Nächte. Nähert sich die Temperatur im Schlafzimmer 30 Grad, sind wir um den Schlaf gebracht. Die Hitze können wir nicht verdrängen. Jetzt geht es wieder. Warum aber rauben uns die unabweisbaren Zeichen, dass das nicht die letzte Hitzewelle war, nicht jede Nacht den Schlaf?
Die Klimakatastrophe ruft nicht nur die Hitze hervor, sondern auch Gefühle von Angst, Schuld, Verzweiflung und Scham, sagt Christoph Nikendei, Psychotraumatologe in Heidelberg in der Zeitschrift „Umweltpsychologie“. Diese Gefühle seien jedoch unerträglich und müssten daher aus dem Bewusstsein verbannt werden. „Dabei helfen uns Abwehrmechanismen wie Verleugnung und Dissoziation“.
Und damit sind gar nicht Klimaleugner gemeint, sondern jede und jeder von uns. Denn ohne Abwehrmechanismen würden die Sorgen uns am alltäglichen Leben hindern. Es ist nur eine menschliche Bewältigungsstrategie, Bedrohungen auszuweichen, sie nicht wahrhaben zu wollen.
Als Christenmenschen wissen wir aber auch, dass es noch einen anderen Weg gibt, sich mit Schuld, Scham, Angst und Verzweiflung auseinanderzusetzen. Wem es gelingt, Schuld und Scham vor sich selbst und Gott einzugestehen, dem sind Vergebung und Versöhnung zugesagt. Die Liebe Gottes befähigt auch die, die schuldig geworden sind, zur Umkehr und zum Neuanfang. Verleugnung lässt uns schlummern. Es ist Zeit, aufzuwachen.