„Religions for Future“ fordert raschen Beschluss des Klimaschutzgesetzes

Initiative verweist auf Folgen der Erderwärmung und fordert Ende fossiler Subventionen

Wien (epdÖ) – Angesichts der jüngsten Hitzewelle in Europa hat die Initiative „Religions for Future Vienna“ die österreichische Bundesregierung und das Parlament zu entschlosseneren Maßnahmen im Klimaschutz aufgerufen. Die erste extreme Hitzewelle des diesjährigen Sommers unterstreiche die Dringlichkeit wirksamer Klimapolitik, erklärte die Initiative am 1. Juli. Die Wetterlage mit einem sogenannten „Hitzedom“ über Europa veranschauliche die Folgen der globalen Erderhitzung. Das Thema sei zuletzt durch andere Krisen und Katastrophen aus dem Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit geraten, müsse angesichts der aktuellen Entwicklungen aber wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Die globale Erhitzung mache Extremwetterereignisse wie Hitzewellen häufiger und intensiver, betonte die Initiative.

Mit Blick auf die Auswirkungen des Klimawandels, darunter Dürren, Trockenheit sowie Gefahren für die Ernährungs- und Trinkwassersicherheit, appellierte „Religions for Future Vienna“ an die Politik, das ausstehende Klimaschutzgesetz möglichst rasch zu beschließen. Dieses solle unter anderem das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 gesetzlich verankern, verbindliche jährliche Zwischenziele für alle Sektoren sowie klare Zuständigkeiten von Bund, Ländern und Gemeinden festlegen. Zudem sprach sich die Initiative für Sofortmechanismen und Sanktionen bei Zielverfehlungen sowie für ein unabhängiges wissenschaftliches Monitoring aus.

Überdies forderte „Religions for Future Vienna“, den „Skandal von staatlichen klimaschädlichen fossilen Subventionen in Milliardenhöhe v.a. in den Bereichen Verkehr und Energie“ zu beenden. Nach Angaben der Initiative belaufen sich diese gemäß Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) auf durchschnittlich 4,1 bis 5,7 Milliarden Euro pro Jahr.

„Religions for Future Vienna“ ist ein im Mai 2026 gegründeter interreligiöser Verein, der sich für Klimaschutz und Nachhaltigkeit aus einer religiösen Perspektive einsetzt. Hervorgegangen ist er aus einer seit 2019 bestehenden losen Initiative im Umfeld der Klimabewegung „Fridays for Future“. Der Verein will eigenen Angaben zufolge gegenüber Religionsgemeinschaften, Politik und Gesellschaft „eine starke Stimme für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen“ sein. Zu den Gründungsmitgliedern zählen Vertreter des Christentums, des Buddhismus und der Bahai-Religion.