Ableben Pfr. Mag. Moritz Johannes Stroh

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir müssen Ihnen und Euch die traurige Mitteilung machen, dass Pfarrer Mag. Moritz Johannes Stroh, gestern zu Mittag am 24. März 2026 nach kurzem, sehr schwerem Leiden verstorben ist. Es ist noch so unfassbar und hinterlässt uns ratlos aufgrund der so raschen und unaufhaltsamen Entwicklung der letzten Tage.

 

Moritz Stroh bei der SupVersammlung 2025
Moritz Stroh bei der SupVersammlung 2025

 

Als Freund und Kollege konnte ich, Matthias Geist, ihn noch am Donnerstag nachmittags bei wachem Verstand und im Schein der Sonnenstrahlen besuchen und vorausschauend manches besprechen, was Moritz wichtig war. Vorgestern war es mir möglich, in der Intensivstation im künstlichen Tiefschlaf an seinem Bett zu wachen, ihm Worte des Friedens zuzusprechen, ihn zu salben und zu segnen. Im Beisein seiner Frau Claudia und auch alleine war mir der Abschied in den zwei Stunden selbst nicht leicht gefallen, weil ich ihn seit über 35 Jahren kannte, schätzte und auch persönlich sehr verbunden bin.

 

Moritz Stroh wurde am 24. Juni 1965 in Tübingen/Deutschland geboren, wuchs in Baden-Württemberg, Sambia und der Steiermark auf. Als Pfarrerssohn war er durch die Mitarbeit in der Evangelischen Jugend motiviert worden, selber Theologie zu studieren. Er unterbrach das Studium zu Aufenthalten im südlichen Afrika und zu Zwecken der Sozialarbeit beim Evangelischen Flüchtlingsdienst. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Theologiestudiums begann er 1998 sein Lehrvikariat bei Pfarrer Mag. Gerhard Harkam in der Pfarrgemeinde A.B. Pinkafeld. Danach setzte er seine Ausbildung in der Pfarrgemeinde A.B. Wien-Floridsdorf (Pfarrstelle Kagran) in Begleitung seines Mentors, des damaligen Seniors Mag. Hansjörg Lein fort. Dort begann er auch ab 2001 seine Tätigkeit als geistlicher Amtsträger der neu gegründeten Pfarrgemeinde Wien-Kaisermühlen & Kagran. Nach der Niederlegung dieser Pfarrstelle im Jahr 2006 begab sich der mittlerweile auch in Kommunikationspädagogik geschulte Pfarrer vorrangig in den Religionsunterricht an verschiedenen Schulen im ABMHS-Bereich sowie in seine Lehrtätigkeit (Rhetorik), auch an der Universität Wien. Bis zuletzt waren ihm die Schüler:innen in den allgemeinbildenden und berufsbildenden höheren Schulen sowie im Abendgymnasium ein Herzensanliegen. Ebenso leistete er ehrenamtlich einen unermesslichen Einsatz für verschiedene Randgruppen in Österreich, für Integrationsmaßnahmen und nicht zuletzt im Bereich des Evangelischen Arbeitskreises für Weltmission (EAWM) und in den Kontakten zur Ghanaischen Gemeinde und nach Ghana (etwa das Adumasa Aid Project). Dabei war es ihm mit anderen Mitstreiter:innen wichtig, ein rechtes Missionsverständnis der „Inneren“ und „Äußeren Mission“ zu leben, dieses auch in unserer Kirche entsprechend zu verorten. Für seine diesbezügliche Anstrengung bis zum Lebensende wie auch für die großartige Vernetzung in unserer Kirche, in den Schulen und zu Menschen verschiedenster Herkunft sei ihm besonders gedankt.

 

Persönlich bleibt uns die Frage nach dem Sinn seines Leidensweges, die wir nicht beantworten können. Moritz Stroh wird uns in sehr vielgestaltiger Weise in Erinnerung bleiben. Seine Lebensweise, sein beherzter Einsatz für Menschen, seine Nahbarkeit und Herzenswärme wie auch seine mitunter streitbare Diskursfähigkeit mögen uns auch weiterhin bewegen.

 

In seinem Vorstellungsschreiben an die Gemeinden in Floridsdorf und Donaustadt des Jahres 2000 findet sich ein Bezug zu seiner Diplomarbeit „Das Lachen Gottes“:

„Mir erscheint es notwendig, unbekümmert lachen zu können. Lachen als ein Zeichen der Hoffnung in einer Welt voll Ohnmacht. Dann kann sich die Liebe Gottes zu und unter den Menschen zeigen als Zeichen der Lebensfreude und des Humors.“

Wir gedenken seiner und seiner Angehörigen mit den Worten des Philipperbriefs:

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus. (Phil. 4, 7)

 

In Trauer und Zuversicht
Ihre/Eure Petra Mandl, Superintendentialkuratorin und Matthias Geist, Superintendent