Ins Verderben

Michael Chalupka über die Käuflichkeit von Menschen

„Jeder ist käuflich!“ Das sagt man so dahin und ergänzt: „Es kommt nur auf den Preis an.“ Die Realität scheint es zu bestätigen. US-Präsident Trump verkündet, dass jeder Staatsbürger der USA, wenn die Republikaner die Kongresswahlen gewinnen sollten, 5.000 $ erhalten werde. Diese „Trump-Dividende“ rechnet fix mit der Käuflichkeit der Wähler. Im kleinen Österreich wird wiederum in Randnotizen über den Ausgang eines Korruptionsprozesses berichtet, in dem Personen aus dem Umfeld einer politischen Partei verurteilt wurden. Auch das bestätigt den Satz: „Jeder und alles ist käuflich.“

Der Gedanke ist alt und kommt schon in der Bibel vor. Der Zauberer Simon zog das Volk in seinen Bann, „weil er vorgab, er wäre etwas Großes“. Er war ein Held der Massen. Simon ließ sich taufen, wollte aber selber den Aposteln gleich werden und dachte sich: „Jeder ist käuflich!“, also kaufe ich mir einen Apostel und die Macht, selbst mit dem Heiligen Geist zu taufen. So bot er Petrus Geld an. Dieser aber wies es brüsk zurück: „Dein Geld fahre mit dir ins Verderben, weil du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld erlangt.“ Zumindest Gottes Gaben sind nicht käuflich. Das sollte auch für die Demokratie gelten, die uns heilig ist.

Die Geschichte geht übrigens tröstlich aus. Simon hatte ein Einsehen und bat um Vergebung. Da war er all denen voraus, die glauben, alles sei käuflich. Deren Geld wird mit ihnen ins Verderben fahren.